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Wer ist die algerische Rose?

Mit einem Wort? Warda!

Warda Aldjazairia - Der Name ist ein Begriff in der Szene und wird gerne neben Om Kulthoum als die große Stimme der arabischen Nation genannt. Dabei mag sie den Vergleich gar nicht, denn sie wollte immer eine eigenständige Persönlichkeit sein und nicht nur auf Om Kulthoum Interpretationen festeglegt werden.

Warda wurde im Juli 1940 in Paris-Puteaux geboren. Ihre Mutter war Libanesin (von ihr lernte sie alle bekannten libanesischen Lieder), der Vater, Mohammed Ftouki, war algerischer Herkunft und einer der ersten algerischen Immigranten nach Frankreich. Er besaß bald ein Arbeiterwohnheim in dem sich auch die ersten Mitglieder des Nordafrikanischen Sterns trafen, die als Ziel die Unabhängigkeit der Magreb-Staaten hatte. Später besaß ihr Vater den Nachtclub TAM-TAM im renommierten Quartier Latin in Paris(der Name bildet sich aus den Initialen der Magreb-Staaten: Tunesien, Algerien, Marokko).

Warda durfte in diesem Nachtclub manchmal singen. Dort hörte ein Freund ihres Vaters (Ahmed Tejani) sie singen, der für Pathè Marconi-Emi (heute EMI France) arbeitete und engagierte sie für sein Programm für Kinder nordafrikanischer Einwanderer im Radio. Sie war erst 14, als der algerische Unabhängigkeitskrieg ausbrach, dennoch sang sie patriotische Lieder, wie z.B. Bladi ya Blady (Oh mein Land) – und übrigens auch ihre erste Um Kulthoum Interpretation.

Bis 1958 trafen sich auch Mitglieder des FLN (Algerische Freiheitskämpfer) in diesem Club, der dann aber geschlossen wurde. Die Familie wurde ausgewiesen und zog nach Beirut. Dort sang Warda mit 17 Jahren weiterhin patriotische Lieder im berühmten Nachtclub Aley. Mohamed Abdel Wahab hörte sie in diesem Club singen und schlug vor, Lieder für sie zu schreiben. Diesem Vorschlag konnte Warda natürlich nicht wiederstehen, und Mohamed Abdel Wahab wurde ihre Leitfigur während ihres künstlerischen Werdegangs. 1960 kam sie nach Kairo und traf dort Riad Sombati, der einige arabische Gedichte für sie vertonte. 1961 sang sie zusammen mit einigen anderen namhaften Künstlern der Zeit Lieder für die Freiheit, und wurde daraufhin umbenannt in die „Algerische Rose“, Warda Aldjazairia. Sie bekam auch eine Rolle im Film Almaz Wa Abdu Al Hamoly, für den Mohmaed Abdel Wahab und Farid El Attrache die Lieder schrieben.

Nach Erklärung der algerischen Unabhängigkeit reiste sie zum ersten Mal in das Land, über das sie schon so viel sang aber das sie noch nicht kannte. Sie heiratete einen ehemaligen hochrangigen Offizier der ALN den sie im Libanon kennen lernte und hörte auf Bitte ihres Ehemannes für 10 Jahre mit dem Gesang auf, um sich um die Familie zu kümmern. Es war der algerische Präsident Hûari Bûmedien, der sie zurück ins Rampenlicht brachte, als er sie bat, zum 10. Jahrestag der Unabhängigkeit zu singen. Warda erklärte sich einverstanden, ihr zur Seite wurde das Elmassia Orchester gestellt. Zu diesem Ereignis sang sie A d’uka ya amali, ein von Baligh Hamdi vertontes Gedicht des algerischen Dichters Salah Kharfi. Ihre Ehe scheiterte und wurde geschieden, da ihr Ehemann kein Verständnis für diese Entscheidung aufbrachte.

Im gleichen Jahr noch zog Warda nach Kairo und wurde dort schnell berühmt. Das Phänomen Warda wurde oft versucht zu beschreiben, aber ihre emotionale Annäherung an die Themen macht ein Beschreiben schwer. Sie hat ihre Stimme niemals über Gebühr angestrengt, eher hat sie die Stimmlage verändert, ihre Stimme drückt zugleich Stärke und Verletzlichkeit aus, aber sie berührt alle tief, die ihr zuhören. Ihr gelang es die Lieder der verschiedensten Mittelmeer-Anrainerstaaten zu interpretieren, ob nun die Kompositionen von Baligh Hamdi mit Einflüssen des Flamenco, der oranesischen oder der Shawian Lieder, der traditionellen andalusischen Vokalisierung und des kraftvollen Gesangs der tunesischen Sahelzone.

Sie heiratete Baligh Hamdi mit dem sie schon oft zusammen gearbeitet hatte und trat auch wieder in Filmen auf. 1991, 1992 und 1994 erhielten ihre Alben den Titel „Album des Jahres“. In dieser Zeit arbeitete sie viel mit den Komponisten Salah el Sharnoubi, dem Textschreiber Omar Batiesha, dem Musiker Tarek Akef und dem Produzenten Mohsen Gaber zusammen.

Seit ihrem Comeback hat Warda jährlich 4-5 Alben veröffentlicht.

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