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Bauchtanz in Japan

Der orientalische Bauchtanz hat die letzten Jahren in Japan dermaßen an Popularität gewonnen, dass in der Großstädten wie Tokyo die Studios gerade so aus dem Boden gesprossen sind. Aber es ist kein neues Phänomen in Japan, denn es gibt schon seit einem Vierteljahrhundert Bauchtanzklassen in Japan. Miyoko Ebihara nahm in Kalifornien Unterricht im orientalischen Tanz und eröffnete beispielsweise bereits 1984 ihr eigenes Tanzstudio.

In den letzten Jahren hat sich der orientalische Bauchtanz immer mehr ins öffentliche Bewusstsein geschoben. Die Medienpräsenz und auch die steigende Anzahl an Shows und Unterrichtsmöglichkeiten sowie Berichte über diesen Tanzstil haben das Interesse stark ansteigen lassen.

Derzeit gibt es in Tokyo jeden Abend öffentliche Vorführungen, die von typischen Restaurants im ägyptischen oder türkischen, bzw. indischen Stil bis zu Bars, Klubs und „Bürgersälen“ führen. Auch buchen Restaurants verstärkt Tänzerinnen.

Das Unterrichtsangebot hat sich vergrößert – vor allem in den letzten Jahren. Vorher gab es Unterricht nur in Tokyo, aber heutzutage hat sich die Beliebtheit dieses Tanzstils in andere Distrikte Japans verbreitet. Der Markt für Tanzzubehör boomt im ganzen Land: japanische Tänzer wollen sich entsprechend kleiden, und selbst im Unterricht glitzern die Schülerinnen in aktueller Tanzmode. Die japanischen Zuschauer wären zuerst überrascht von der ungewohnten Musik, den Bewegungen und Kostümen, aber innerhalb weniger Minuten sind sie voll dabei.

Konservative ältere Japaner stören sich unter Umständen an den sinnlichen Aspekten der Bewegungen des orientalischen Tanzes, aber in der jungen Generation werden diese als cool und modisch empfunden.

Die Faszination der japanischen Frauen mit dem Bauchtanz als eine Möglichkeit der Selbstbefreiung und Freiheit von sozialen Zwängen ist ähnlich der Rolle, die der orientalische Tanz im Leben westlicher Frauen spielte. Eine sich entwickelnde Wahrnehmung der therapeutischen Effekte des Bauchtanzes scheint in Japan ebenso im Anfangsstadium zu sein – dies beruht zum Teil auf den in Westen geborenen Lehrern und ihrer ganzheitlichen Wahrnehmung des Tanzes und anderer Formen wie z.B. Yoga. Durch den orientalischen Tanz finden die Schülerinnen eine Ausdrucksmöglichkeit, die sicher und unterhaltsam ist.

Die japanischen Tänzerinnen verlangen so sehr nach weiterem Wissen, dass sie in Scharen zu den Tanzfestivals in Ägypten und Türkei pilgern – und sie sind regelmäßig bei den Masterworkshops in anderen Ländern vertreten. Der ägyptische Raqs Sharqi scheint in Japan immer noch die am meisten verbreitete Stilrichtung zu sein.

Für junge und vor allem in den Städten beheimatete Tänzerinnen sorgt der Amerikanische Tribalstil für einiges Interesse – natürlich auch aufgrund der Berühmtheit von Rachel Brice – auch wenn viele Städte noch keine eigenen Tribal-Dozenten haben. In der Subkultur Tokyos sind viele Tänzer im Tribal involviert, dies repräsentiert sozusagen einen alternativen Lebensstil, inkl. der Tätowierungen. In der traditionellen japanischen Gesellschaft sind Tätowierungen immer noch tabu, da sie immer noch mit den Yakuza Gangstern in Verbindung gebracht werden.

Das kulturelle Gefühl von Demut oder Schüchternheit hat u.U. einige Japanerinnen davon abgehalten sich selbst im Tanz auszudrücken und sich dabei noch wohl zu fühlen. Aber mit dem Auftreten der neuen Generation an Tänzerinnen verlassen die Japanerinnen dieses Korsett und entwickeln diese Tanzrichtung durch Improvisationen stetig weiter – jedenfalls scheinen die neuen Tänzerinnen immer mehr Improvisationen zu tanzen.

japanische "Bauchtanzzeitung"

Immer mehr Live-Musik!

Die meisten Bauchtanz-Shows in Japan werden immer noch mit Retorten-Musik getanzt, aber es gibt eine steigende Zahl japanischer Musiker, welche die orientalische  Musik für Tanzshows spielen oder auch Zigeunermusik darbieten. Es gibt sogar schon den Männer-Saidi im Repertoire – natürlich mit entsprechendem Humor untermalt.

Die sich entwickelnde orientalische Musikszene ist eine natürliche Entwicklung aus dem Interesse an diesem Tanzstil, aber sie geht noch tiefer. Sie ist auch ein Produkt des wachsenden Angebots und der Nachfrage an Weltmusik im zeitgenössischen Japan.

Gerade in den jüngeren Szenen hat sich in den letzten Jahren das Trommeln etabliert. In verschiedenen japanischen Städten lernen Musiker die Musik des Orients, der Türkei sowie von Zigeunern sowohl von in Japan lebenden Musikern als auch bei Reisen in die entsprechenden Ländern.

Die Ausreifung der japanischen Tanzszene macht sich auch weltweit bemerkbar. Als Nation profitiert Japan von seinen eigenen Künstlern der orientalischen Musik- und Tanzszene. Diese stellen eine Leitrolle für einen internationalen Kulturaustausch dar, etwas dass dem Inseldenken verfallenen Japan sehr schwer fällt. Diese Künstler überschreiten Grenzen auf Arten und Weisen, die den Wert ihrer eigenen Kultur durch das Akzeptieren anderer aufwertet.

Ein wichtiger Teil der japanischen Kultur ist es, mehr zu geben als zu nehmen. Und diese Einstellung sowie die disziplinierte Hingabe der japanischen Tänzerinnen und Tänzer sowie der Musiker erlaubt ihnen einen schnellen Fortschritt im Lernumfeld.

                                                         Quelle: Gilded Serpent, Bericht von Ranya

Tokyo Int. Bellydance Competition 2009

Tokyo International Bellydance Competition 2009

Am 21. und 22. September 2009 fand in der FM Hall in Tokyo der erste Internationale Bauchtanzwettbewerb statt, bei dem die Sakkara GmbH Hauptsponsor war.  Unzählige Stars und Sternchen waren an diesen 2 Tagen versammelt und ließen dieses Event zu einem Highlight werden.

Hier ein kleiner Eindruck für Sie mit einem Videoausschnitt