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Weihnachten

Da wir unsere Kostüme, Schleier, Schuhe, Schmuck, usw. von überall auf der Welt beziehen, möchten wir Sie zur Weihnachtszeit auf eine kleine Reise in die Ursprungsländer unserer Waren und in die Ursprungsländer des orientalischen Tanzes, Bauchtanzes und der orientalischen Kultur entführen. Wir haben für Sie ein exotisches, interessantes Weihnachtspaket zusammengestellt. Darin enthalten sind Informationen über die verschiedenen internationalen Weihnachtsbräuche und die Art wie Weihnachten in anderen Ländern verbracht wird. Den Schwerpunkt haben wir hier selbstverständlich auf die Regionen des Orients/Asiens gelegt und stellen Ihnen Weihnachten in Indien, Ägypten und der Türkei vor. Begleiten Sie uns auf eine aufregende Reise in internationale Weihnachtsbräuche und –traditionen und lassen Sie sich von der besinnlichen Vorfreude auf das Weihnachtsfest anstecken.

Pyramiden

Seit 2002 ist Weihnachten auch in Ägypten ein offizieller nationaler Feiertag und wird vor allem von den Kopten, einer christlichen Gemeinde in Ägypten begangen. Die Kopten feiern allerdings nicht den 24. Dezember als Weihnachtstag sondern den 7. Januar. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Kopten Weihnachten traditionell am 29. Tag des koptischen Monats Khiakh feiern, der nach dem Koptischen Kalender auf den 7. Januar fällt.

Die Ursprünge der christlichen Kirche der Kopten sind bis auf den Verfasser des Markus-Evangeliums zurückzuverfolgen. Nach koptischem Glauben soll dieser das Christentum nach Ägypten gebracht und die koptische Kirche gegründet haben. Die Kopten haben einen eigenen Papst, der den Überlieferungen zufolge immer ein Nachfahre des Markus sein soll. Der derzeitige Vorstand der koptischen Kirche, Schenuda III, soll der 117. Nachfahre des Markus sein.

Dem eigentlichen Weihnachtsfest voran gehen 43 Tage Fastenzeit (vom 25. November bis 6. Januar). Während dieser Zeit ist es den Kopten untersagt, jegliche Art von tierischen Speisen (Fleisch, Eier, Milch, etc.) zu essen. Dadurch soll symbolisch Moses gedacht werden, der 40 Tage am Berg Sinai auf die 10 Gebote wartete. Die übrigen drei Tage sind dem Wunder des Berges von El Mokattam gewidmet. Dieser Berg wurde durch göttliche Hand bewegt.

Ein großes Festessen am Weihnachtstag beendet die Fastenzeit. Es werden traditionelle Speisen wie Zalabya, ein Gebäck, und Bouri, ein Fischgericht, serviert. Eine traditionelle Süßigkeit, die auch von den Muslimen zu Eid el fitr gebacken wird, kahk genannt, wird ebenfalls serviert. Die Kinder erhalten Süßigkeiten und kleine Geschenke. Oft wird Kindern auch das traditionelle El’aidia überreicht, ein kleines Geldgeschenk, um damit Süßigkeiten kaufen zu können. Überall werden kleine Konzerte mit internationaler und koptischer Musik gegeben.

Traditionell wird am Weihnachtstag die Weihnachtsmesse besucht. Üblicherweise beginnt sie gegen elf Uhr nachts und endet meist erst gegen vier Uhr morgens. Viele Gläubige besuchen an Weihnachten mehrere Kirchen, die der Erzählung nach auf dem Weg der Heiligen Familie durch Ägypten liegen. Der größte Gottesdienst wird in der Kirche St. Markus in Kairo vom koptischen Papst gefeiert und über das Fernsehen in ganz Ägypten übertragen.

Allerdings feiern nicht nur die koptischen Christen in Ägypten Weihnachten. Viele Touristen zieht es gerade zur Weihnachtszeit ins warme Ägypten. Daher richten sich viele Hotels entsprechend des Weihnachtstourismus ein. Sie schmücken ihre Hallen mit künstlichem Schnee und frostigen Bäumen und Pflanzen. Kaminfeuer werden angezündet und elegante Weihnachtsessen serviert.

Auch viele Muslime werden von der Weihnachtsstimmung angesteckt. Sie feiern zwar Weihnachten nicht als die Geburt Christi, nehmen jedoch sehr gern an den Feierlichkeiten teil. Im Umkehrschluss feiern auch viele Christen die muslimischen Feiertage. Hier kann man einen der interessantesten Aspekte des ägyptischen Lebens erfahren: die friedliche Koexistenz verschiedener Religionen.

Übrigens:

Der Weihnachtsbaum kommt ursprünglich aus Ägypten und war in seiner ursprünglichen Form eine Palme. Die Ägypter verwendeten eine zwölfgliedrige Palme als Symbol für ein abgeschlossenes Jahr. Da Palmen jeden Monat eine neue Verästelung wächst, stand jeder einzelne Palmwedel als Symbol für einen abgeschlossenen Monat.

Dieser Brauch wurde nach Europa exportiert, wobei dort eher andere Baumsorten verwendet wurden. Besonders beliebt wurde die Tanne aufgrund ihrer Form, die der Form einer ägyptischen Pyramide ähnelt. Sie wurde zur Ehre Saturns während der Zeit der Wintersonnenwende mit Lichtern geschmückt. In späteren Zeiten wurde der Brauch ins Christentum übernommen.

Palme