American Tribal Style
Vor ungefähr 30-Jahren, genaugenommen in den beginnenden 70-er Jahren entstand in Kalifornien der American Tribal Style (ATS), der sich heute international zu einer eigenständigen Tanzform etabliert hat. Eine Unterart des ATS ist die Richtung Tribal Fusion, die sich selbst wiederum in Unterarten wie Indian Tribal Fusion, Afro Tribal, Gothic Tribal, Neo Tribal, Asian Tribal, Nordic Tribal u.v.m. aufteilt. In diesem Newsletter befassen wir uns ausschließlich mit ATS und der „Old School“.
Der Begriff „Tribal“ leitet sich aus dem englischen „Tribe“ ab, was übersetzt „Stamm“ oder „Sippe“ bedeutet, somit kann „Tribal Style Dance“ frei mit „Stammestänzen“ übersetzt werden. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um authentische Folklore, wie die Übersetzung, die Kostüme, Tattoos und Schmuck suggerieren. ATS ist vielmehr eine erdige Mischform verschiedener Elemente aus verschiedenen Ländern und Stilen, sowohl beim Tanz, als auch bei den Kostümen und dem Zubehör.
Man ist sich mittlerweile soweit in den Tribalkreisen einig, dass Jamila Salimpour mit ihrer Gruppe „Bal-Anat“ den Tribal Dance Style in den 70-er Jahren begründet hat. Sie traten in Folklorekostümen als Gruppe meist auf Mittelaltermärkten auf.
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Erst mit der Zeit mischten sich die verschiedenen Stile und es entstanden neue Stämme mit eigenen fantasievolle Mischungen an Tänzen und Kostümen.
Jedoch war es eine Schülerin von Jamila und Mittänzerin von „Bal-Anat“ , die die Kostüme im Sinne einer Stammestracht vereinheitlichte und förderte damit die Gleichberechtigung, das Selbstbewusstsein und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Tänzerinnen untereinander förderte.
Der eigentliche Begriff an sich des heute gängigen American Tribal Style (=ATS) wurde erstmals aber von Morocco verwendet.

Eine weitere wichtige Persönlichkeit des ATS ist ebenfalls eine Schülerin von Masha Archer. Caroleena Nericcio gründete 1987 die Gruppe FatChanceBellyDance (=FCBD) und prägte damit maßgeblich die weitere Entwicklung des ATS. Sie führte die typische Gruppenimprovisation und festgelegte nonverbale Cues (=Kommandos) ein. Dabei steht immer die Gruppe im Mittelpunkt, aus der Solos von einer oder mehreren Tänzerinnen innerhalb der Gruppe herausgelöst und im Vordergrund gezeigt werden.
Handbewegungen, synchrone Veränderungen der Tanzhaltung, Kopfdrehungen und Seitenblicke gehören zu den sogenannten Cues, die in verschiedenen Gruppen entweder nonverbal (FCBD) oder verbal wie bei Gypsy Caravan (=GV) übermittelt werden können.
Generell werden zum Verzieren gerne Naturmaterialien wie Kaurimuscheln, Steine, Wollfäden, Quasten und Filz verwendet.
Das typische Oberteil ist eine Kurzbluse, der sogenannte Choli. Oft wird auch ein Münz-BH als Schmuck über dem Oberteil getragen. Und in den letzten Jahren sind Westen mit Borten dazugekommen, die unterhalb des BHs geschlossen werden und den Rücken verdecken.
Als Kopfbedeckung wird ein Turban gewickelt und anschließend mit Silberschmuck und Blumen verziert und dazu werden große Ohrringe getragen.
Die ursprüngliche Farbe des Outfits war schwarz, was sich aber mittlerweile auch geändert hat.



Überreicher Silberschmuck ist ebenso typisch für den ATS. Am beliebtesten ist alter Schmuck aus Afghanistan oder Pakistan, wie Gürtel, alte Münzen, Armreife, Chokercolliers („Würger“) und Ohrringe,- ganz nach dem Motto „je mehr, desto besser“!
Was als Tanzaccessoire nicht wegzudenken ist sind die Zymbeln,- das „Must-have“ im Tribal-Style. Ergänzende Accessoires können unter anderem Säbel,Schleier, Tücher, Kampfstöcke und Pois sein.
Ein weiterer wichtiger Teil der Kostümierung stellt das spezielle starke Make-Up. Viele Tribaltänzerinnen haben als Körperschmuck Tätowierungen, aber es werden auch spezielle Stammessymbole ins Gesicht gezeichnet, was den rituellen Charakter des Tanzes verstärkt.
Abweichend vom ursprünglichen, rein klassischen Kostüm sind der Fantasie keine Grenzen mehr gesetzt und das wird auch das Thema unseres nächsten Newsletters sein:
Tribal Fusion und Tribal- Stämme in Deutschland.
Quelle und weitere Detailinformationen unter: http://de.wikipedia.org/wiki/American_Tribal_Style_Belly_Dance



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