Die „3K‘s“: Kreuzkümmel, Kardamom, Kurkuma
… wenn man einmal anfängt, sich in die Welt der Gewürze und ihre Wirkungen in den Speisen und Getränken einzulesen, dann will man immer mehr wissen.
Im europäischen Raum werden diese 3 Super-K hauptsächlich zu Weihnachten in den Lebkuchen verwendet, klar kennt man auch das eine oder andere aus „exotischen“ Gerichten… aber wie und warum sie so gut sind wissen viele Leute nicht.
Sie wirken entschlackend, verdauungs-stimulierend, entzündungshemmend… und im Mittelalter hielt sich z.B. hartnäckig das Gerücht, dass Kreuzkümmel im Essen den Gatten treu macht und die Hühner den Hof nicht verlassen, wenn Kreuzkümmel im Futter ist….
Hätten Sie gewusst...
- dass nach Safran und Vanille Kardamom das teuerste Gewürz der Welt ist?
- dass Zimt appetithemmend wirkt?
- dass Kardamom den Fettstoffwechsel ankurbelt?
- dass Kurkuma auch Turmeric oder Gelbwurz genannt wird?
- Sternanis antibakteriell ist und krampflösend wirkt und auch in Grippemitteln zum Einsatz kommt? Mit Anis ist er aber nicht verwandt.
Als selbstgemachter Gewürz-Mix in einem schön dekorierten Glas sind diese Gewürze bestimmt ein tolles Geschenk und sie unterstützen den Körper tatsächlich beim Abnehmen, weshalb sie auch den Namen „Schlankmacher-Gewürze“ (Slim Spices) bekamen. In der indischen Gewürz-Mischung Garam Masala, die es nicht nur in Asia-Shops und türkischen Lebensmittelgeschäften, sondern mittlerweile auch im regulären Supermarkt gibt, sind sie alle vertreten.
Masala bedeutet übrigens nichts weiter als „Mischung“. Curry wie wir es heute als Begriff verwenden ist in Indien selbst eher als Ragout zu sehen, oder auch Gulasch. Durch die britische Kolonialzeit hat der Begriff Curry eine Bedeutungswandlung gefunden – oder erlitten….
Und sollten Sie einen Curry selbst herstellen wollen: Bestandteile sind zum Beispiel:
Piment, Chili, Zimt, Senfkörner, Bockshornklee, Ingwer, Kardamom, Roter oder schwarzer Pfeffer, Muskatblüte, Kalmuswurzel, Selleriesaat, Lorbeer, Koriander, Kreuzkümmel, Nelken
Viel Spaß beim Lesen! Falls Ihnen das Wasser dabei ebenso im Gaumen zusammenläuft wie uns bei der Recherche: wir haben auch einige indische Schlank-Rezepte ausprobiert!
Kardamom (Elettaria cardamomum)
Heimat: Indien, heute als Kulturpflanze auch auf Guatemala zu finden.
Kardamom gehört zu den Ingwergewächsen, sein Geschmack ist gleichzeitig süßlich-aromatisch, aber auch kräftig, wie z.B. Eukalyptus
Wuchsform:
2-3 m hoher Strauch, der 8-9 Monate im Jahr blüht. Der Blütestiel wird bis zu 1,50 m hoch! Die Ernte der Früchte erfolgt wenn diese noch unreif sind (3/4 Reife) und muss aufgrund der empfindlichen Kapseln manuell erfolgen.
Es gibt sehr viele Arten, die preislich sehr unterschiedlich sind. Haaile ist z.B. rund und eher klein, aber dafür sehr aromatisch.
In den arabischen Ländern wird Kardamom aphrodisierende Wirkung nachgesagt.
Wirkung:
- appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend, blähungslindernd, magenstärkend
- gegen Magenkrämpfen oder „Hexenschuss“ (Ischias)
- gegen Zahnschmerzen (dennoch sollte ein Zahnarzt konsultiert werden)
Cardamom enthält bis zu 8% ätherische Öle.
Kreuzkümmel (Cumin)
Heimat: Iran, Indien, Naher und Mittlerer Osten, China
Kreuzkümmel ist nicht mit dem uns bekannten europäischen Kümmel verwandt und schmeckt vollkommen anders! Er gehört zu den Petersilien- gewächsen
Wuchsform:
Staude mit kriechenden Stängeln, die bis zu 30 cm lang werden. Die Blüten des Kreuzkümmels sind lila oder weißlich und stehen doldenförmig. Es dauert ca. 4 Monate bis der Kreuzkümmel geerntet werden kann, und da er eine sehr frostempfindliche Pflanze ist, findet man ihn nicht auf der nördlichen Halbkugel. Geerntet und getrocknet werden die reifen Früchte.
Wirkung:
- gutes Mischgewürz, z.B. in Curry, oder auch Chilis und Chutneys
- im Mittelalter sagte man ihm nach, dass Kreuz-Kümmel den Gatten/Geliebten treu macht und die Hühner im Hof bleiben, wenn Kreuzkümmel im Futter enthalten ist.
In Indien, Kaschmir, Pakistan sowie im Iran und Afghanistan gibt es auch den schwarzen Kreuzkümmel. Dieser ist weniger bitter und etwas pfeffriger im Geschmack, ein sehr aromatisches Erlebnis.
Kurkuma (Gelbwurz, Turmeric, Curcuma longa)
Heimat: Indien, heute als Kulturpflanze auch auf Guatemala zu finden. Kurkuma gehört zur Ingwerfamilie.
Wuchsform:
Ca. 10 Monate dauert die Reifezeit. In Indien sind rund 70.000 Acres mit Turmeric befplanzt. Ein Acre ergibt ca. 15.000 Pfund an Kurkuma, beim Trocknen entsteht ein Gewichtsverlust von, ¾ (!) . Kurkuma ist ein 2-3 m hoher Strauch, der 8-9 Monate im Jahr blüht. Der Blütestiel wird bis zu 1,50 m hoch! Die Ernte der Früchte erfolgt wenn diese noch unreif sind (3/4 Reife) und muss aufgrund der empfindlichen Kapseln manuell erfolgen.
Kurkuma ist u.a. ein Bestandteil von Curry. Der Name Gelbwurz lässt es vermuten: der Kurkuma färbt ähnlich wie Safran z.B. Reis gelb und gibt auch den Curry-Mischungen, sowie diversen Teigwaren und Senf die Farbe. Es gibt sehr viele Arten, die preislich sehr unterschiedlich sind.
Wirkung:
- die Magensaftproduktion wird durch Kurkuma angeregt
- seine gelben Pigmente wirken antioxidativ, entzündungs- und krebshemmend (In den USA laufen Tierversuche mit Kurkuma, das dort gegen Leberschädigungen getestet wird und auch bei der Krebsvorsorge in der Testphase ist)
- das Immunsystem wird gestärkt
- Prävention gegen Infektionen und Atemwegserkrankungen.
Anwendung (außer als Kochgewürz):
- Kurkuma mit Milch und Zucker auflösen und bei Erkältungen trinken.
- Kurkuma sollte im Glas und dunkel aufbewahrt werden, da seine Inhaltsstoffe und ätherischen Öle Kunststoff angreifen.
Im Ayurveda gehört Kurkuma zu den „heißen“ Gewürzen.
Koriander (coriandum sativum)
Wir reden hier von den Koriandersamen. Der auch Cilantro genannte Koriander ist eine andere Pflanze.
Heimat: Mittelmeerraum, bereits in der Antike ein bekanntes Gewürz in Indien und dem Nahen Osten. Kultiviert wird der Koriander heutzutage auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, Nordafrika, Asien wie auch Teile Europas.
Wuchsform:
Der Koriander ist eine einjährige Staude, die je nach Standort +/- 50 cm hoch wird. Die Blüte ist weiß und wird von Bienen gerne besucht. Sinnigerweise riecht der unreife Samen unangenehm, was ihm auch im Volksmund den Namen Wanzenkümmel eingetragen hat. In Europa ist der Koriander seit dem 15. Jahrhundert bekannt, wenn er auch zuerst in der Pfarfumproduktion angewendet wurde und weniger in Speisen zum Einsatz kam.
Wirkung:
Auch hier sind wieder zahlreiche ätherische Öle vertreten, um nur einige zu nennen: Linalool, Geraniol und Borneol - aber auch Vitamin C ist vertreten
- appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend
- bei Magen-/Darmbeschwerden ebenfalls lindernde Wirkung (übrigens auch bei Tieren).
Anwendung:
- als Tee (das heiße Wasser löst das ätherische Öl aus dem zerquetschten Samen) zu Linderung von Magen-/Darmbeschwerden
- Für Allergiker die auf Beifuß reagieren sei gesagt, dass eine allergische Reaktion dann auch bei Koriander auftreten kann. Ebenso kann ein leichter Hautausschlag durch Sonnenlicht bei Anwendung von korianderhaltigen Medikamenten/Suds ausgelöst werden.
Küche: kurz die Samen in einer trockenen Pfanne anrösten und dann gleich im Mörser zerstoßen - ideal für Brotteig, Gebäck, Saucen, Gemüsesorten eigentlich alles - aber in Maßen.
Sternanis (illicum verum)
Heimat: Süd-China, Vietnam, heute aber als Kulturpflanze auch in Japan, den Philippinen und Indonesien zu finden. Erntezeit: August-Oktober
Wuchsform:
8-10 m hoher Baum, mitunter auch höher, das ist standordabhänig. Der Sternanis-Baum wird bis 100 Jahre alt!
Es gibt 40 Arten! Die Blüten ähneln Magnolien, sind rötlich- oder auch gelblich-weiß. Die Fruchtblätter sind sternförmig angeordnet und in der Sammelfrucht befinden sich 8 Teilfrüchte.
Der Sternanis ist trotz ähnlichen Geschmacks überhaupt nicht mit dem normalen Anis verwandt!
Wirkung:
- entspannend, antibakteriell, d.h. gut z.B. bei Blähungen, Magenkrämpfen oder „Hexenschuss“ (Ischias)
- gegen Zahnschmerzen (trotzdem sollte man den Arzt aufsuchen!)
- gegen Mundgeruch
- bei Husten, Bronchitis und Angina
Der Samen enthält ätherische Öle und Gerbstoffe sowie auch Anisöl. Diese sind sowohl in den Früchten als auch im Samenkorn enthalten. Der Wirkstoff Shikinmisäure (kein Witz, heißt tatsächlich so) ist im Grippemittel Tamiflu enthalten (Schweinegrippe-Medikament) - was auf dem Weltmarkt den Preis hat steigen lassen.
Des Weiteren enthält Sternanis sogenannte Phytohormone, also pflanzliche Hormone. Beispiel: Beta-Sitosterol, Campesterol, Stigmasterol… diese wirken ausgleichend bei Mängeln an Progesteron und Östrogen. Also ideal für Frauen.
Anwendung:
- innerlich und äußerlich anwendbar.
- bei innerlicher Anwendung verdünnt, sonst entsteht Erbrechen oder sogar Krampfanfälle, d.h. zum Beispiel 150 ml kochendes Wasser auf 1 Teelöffel zerstoßenen Sternanis (bitte frisch zerstoßen und nicht auf Vorrat, da sich sonst die ätherischen Öle verflüchtigen)
Gewürznelken (Syzygium aromaticum)
Heimat: die Molukken-Inseln z.B. Pemba und Sansibar (vor der Küste Tansanias)
Nelken gehören zu den Myrtengewächsen. Die im Garten heimische Blume des gleichen Namens wurde aufgrund ihres Geruchs nach der Gewürzpflanze benannt. Geerntet werden die Gewürzknospen von Hand vor dem Aufblühen. Beim Trocknen verlieren diese Knospen dann ca. ¾ ihres Gewichts.
Nelken enthalten bis zu 15% ätherische Öle, zum Beispiel Eugenol und auch Eugenolacetat. Das betäubend wirkende Eugenol prädestiniert die Nelken zur Anwendung bei Zahnweh.
Wirkung:
- betäubend, gut gegen Mundgeruch und Zahnschmerzen.
Anwendung:
- es sollte nur der Kopf verwendet werden, der Stängel ist sehr bitter
- z.B. in Schoko-Pudding oder in Glühwein
Zimt (cinnamomum)
Heimat: Sri Lanka, Thailand
Wuchsform:
Der Ceylon-Zimt gehört zu den Lorbeergewächsen. Kultiviert wird der Zimtbaum fast überall in den Tropen in unterschiedlichen Qualitäten und Arten.
In den letzten Jahren gab es heiße Diskussionen um den Zimt und die Anzahl der als ungefährlich geltenden Zimtsterne/Tag in der Weihnachtszeit. In Verruf kam der Zimt durch den in China angebauten Cassia-Zimt (von rechts aufgerollt), der in allen Fertigprodukten enthalten ist und aufgrund seines Cumarin-Gehaltes von 2 g/kg der als karzinogen (krebserregend) gilt.
Dem gegenüber steht der qualitativ sehr hochwertige Ceylon-Zimt (von beiden Seiten gerollt) aus SriLanka, dessen Cumaringehalt gerade mal bei 0,2g/kg liegt. Die Stangen gibt es in den Qualitätsstufen 00000 bis 0 (absteigend) und dann weiter nach unten I-VI. Der bei uns erhältliche Celyon-Zimt ist als Stange nicht mehr die Top-Qualität, aber gemahlen unterscheidet sich der Geschmack dann nicht mehr.
Wirkung:
- Zimt wärmt - also ideal für Glühwein, Weihnachtsgebäck, und alle Fleischsaucen wenn man ein verfrorener Mensch ist
- Zimt senkt den Blutzuckerspiegel - hierzu laufen derzeit noch klinische Studien, damit diese Wirkung auch belegt werden kann. In der Naturmedizin ist sie schon lange bekannt
- kann den Blutdruck steigen lassen
- stärkt das Immunsystem
- wirkt u.a. antiviral und antibakteriell, entkrampfend, schmerzstillend, antirheumatich
Anwendung:
innerlich und äußerlich - z.B. bei kalten Füßen hilft eine Mischung aus einem neutralen Massageöl mit einem Tropfen Zimtöl - diese Mischung hilft auch bei Muskelkater nach einem schönen, ausgiebigen Bauch-Beine-Po-Training :-)
Warnung für Schwangere: Vorsicht bei der Anwendugn von Zimtöl, die darin enthaltenen ätherischen Öle können Wehen auslösen und sollten deshalb während der Schwangerschaft gemieden werden.
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