Nie gehört? Dann kennen Sie aber vielleicht den Namen „Samia Gamal“?
Samia Gamal ist eine der „alten“, der „großen“ der Bauchtanz-Szene. Sie hat die Entwicklung des Raks Sharqi maßgeblich beeinflusst und wird meist in einem Atemzug genannt mit Tahia Carioka. Die Schreibweisen variieren in der westlichen Transkription, so kann es auch sein, dass sie als Samia Jamal geführt wird.
Geboren wurde sie am 27.05.1924 in Wana El-Quass in Ägypten, einer Kleinstadt, doch mit ihrer Familie zog sie nach Kairo in die Nähe des heute weltberühmten Bazars „Khan el Khalili“. Ihren Künstlernamen Samia Gamal erhielt sie von ihrem Lehrer, der sie auch in die Tanzgruppe aufnahm und trainierte: Baadia Masabni. Später tanzte sie auch solo und fing mit Improvisationen an. Dazu fügte sie noch Elemente des klassischen Balletts und des Lateinamerikanischen Tanzes ein – heute würden wir das schon als „Fusion“ bezeichnen.
Ihr sehr eleganter Stil tat dem orientalischen Tanz gut, der Ruf besserte sich.
Und was machte sie auch noch berühmt: etwas das jede Frau können möchte: sicher in High Heels auf der Bühne tanzen!
Ihre große Liebe ist ebenfalls kein Unbekannter: Farid el Atrache, der berühmte Sänger und Schauspieler. Mit ihm drehte sie mehrere Filme in den 40er und 50er Jahren. Der ägyptische König Faruq ernannte sie 1949 zur Nationalen Tänzerin Ägyptens – womit sie in den USA große Aufmerksamkeit erregte. In den 50er trennte sie sich von Farid el Atrache. Filmisch ging es für sie mit internationalen Filmproduktionen weiter, u.a. mit Robert Taylor in Valley of the Kings.
Geheiratet hat sie letztendlich den reichen amerikanischen Öl-Millionär Sheppart King III, der dann zum Islam konvertierte. Die Scheidung folgte und 1958 heiratete sie Roshdy Abaza, einen bekannten ägyptischen Schauspieler, mit dem sie auch einige Filme drehte.
1972 zog sie sich vom Tanz zurück (sie war bereits in den 60ern!). Doch sie konnte es nicht lassen und tanzte in den 80er Jahren noch mal, als sie bereits 70 Jahre alt war. Am 01.12.1994 starb Samia Gamal in Cairo.
Textquellen: bellydance-org; bauchtanz-info.de



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