Latifa - www.bintbeled.com - Millersville, MD/USA
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... für viele tanzbegeisterte Frauen ein Grund, sich die Haare doch etwas länger wachsen zu lassen. Die Schwungkraft bei einigen Haarwürfen erfordert bei diesem sehr weiblich-fröhlichen Tanz die Notwendigkeit des eigenen langen Haares.

Voraussetzungen ausser einem guten Gleichgewichtsgefühl und einer intakten Halswirbelsäule sind: Ausdauer (vor allem in den Waden), ein guter Lehrer und einige Freundinnen zum Üben, denn dieser Tanz ist in der Gruppe am wirkungsvollsten. Die dabei zustandekommende Energie und Fröhlichkeit überträgt sich auf alle, Teilnehmer wie Zuschauer.

Die üblichen Bezeichnungen variieren oftmals etwas in der Schreibweise. So ist dieser Tanz unter Khaleegy ebenso zu finden wie Khaleeji, Khaleji, Khalejee, Khalidji oder Khaligi, aber er wird auch Saudi-Tanz genannt. Warum und weshalb können Sie in den nachfolgenden Passagen erfahren.

Viel Spaß bei der Lektüre - und vielleicht sieht man sich beim Üben!

Ihr Sakkara-Team

Woher kommt der Khaleegy?

Sakkara Katalog 2000
Sakkara Katalog 2000

Wie auch ein weiteres Synonym bereits andeutet:
der Khaleegy kommt aus der arabischen Region der Golfstaaten. Sein Name heißt nichts anderes als golfig, bzw. zum Golf gehörend . Die Golfstaaten, dass sind die Länder Kuwait, die Vereinigten Arabischen Emirate genauso wie Qatar und Teile von Saudi-Arabien und dem südlichen Iran. Wobei in der Region selbst dieser Tanzstil unter der Bezeichnung Raqs Na’ashat oder Samri läuft und ausschließlich von Frauen getanzt wird. Diese tragen dabei die sogenannte Thobe. Anlass für einen Khaleegy waren Feierlichkeiten, wie z.B. Hochzeiten.

Derzeit erlebt der Khaleegy eine internationale Renaissance und auch auf Youtube findet man immer mehr Einträge zu diesem Thema. Es gibt sogar DVDs mit Khaleegy als Lernmaterial... Frauen finden immer wieder zu Gruppen zusammen um miteinander zu üben und sich schief zu lachen, wenn nach einigen schönen schwungvollen Drehungen und Haarwürfen die Figur sich auflöst und die Tanzenden erstmal durch die Gegend taumeln bis sie sich wieder im Raum orientiert haben. Drehen mit gleichzeitigem Kreisen des Kopfes ist gar nicht so einfach und definitiv nichts für schwache Mägen.

Die Kleidung beim Khaleegy: wenn man es ganz genau nimmt, sind es 2 Kleider übereinander. Das Unterkleid ist etwas mehr auf Figur geschnitten und auch aus einem dickeren Stoff als das Überkleid. Das Unterkleid ist nicht verziert und wird auch gerne in einer Kontrastfarbe genommen, um die Durchsichtigkeit des Oberkleides zu betonen und auch um schöne Farbkreationen zu schaffen.

Das Überkleid, die Thobe, ist in der Mitte reich mit Stickereien verziert und ist an den Schultern überschnitten. Man kann nicht wirklich von Ärmeln reden, eher einem breiten Schlitz im Stoff. Im Idealfall ist das Kleid aus einem durchsichtigen Seidenstoff, heutzutage hat hier aber auch schon Polyester Einzug gehalten. Der tiefe Ausschnitt und die Ärmelenden sind ebenfalls mit Faden- und Paillettenstickereien gesäumt. Polyesterkleider sind meist undurchsichtig, so dass ein Unterkleid nicht mehr zwingend notwendig ist.

Der Rhythmus / Tanzfiguren
ein Humpelschritt ist die Basis, der Takt wird auf 2 gezählt. Das reicht völlig aus um eine lebhafte Musik zu kreieren, die alle mindestens zum mitwippen oder mitklatschen bringt. Und wenn eine aus dem Frauenkreis anfängt zu tanzen, bleibt sie nicht lange allein. Es ergeben sich Linien und Kreisfiguren ohne dass man großartig darauf achten muss.

Das Überkleid ist meist nicht nur sehr weit sondern auch - für unsere Begriffe - zu lang. Dies bedeutet, es ist immer mindestens eine Hand damit beschäftigt das Kleid etwas anzuheben, damit man beim Tanzen nicht darauf tritt. Daraus ergeben sich sehr kokette Figuren, mit diesem weiten Kleid kann man sehr schön mit dem Publikum Verstecken spielen, seine Vorzüge andeuten und schäkern ohne dass es anzüglich wirkt.  Die Hand vibriert am seitlich rausgestreckten Arm, das eine oder andere Mal geht sie auch an das rechte Nasenloch. Dies soll von den Perlentaucherinnen herrühren, die sich die Nase zuhielten ehe sie abtauchten. Natürlich wird nur die rechte Hand genommen, denn die linke ist unrein - auch im Tanz.

Wem die Originalkleidung zu teuer ist....

.... der kann sich im Internet z.B. bestickte dünne Chiffonsaris suchen und daraus dann eine Thobe nähen. Schnitte hierzu sind im Internet zu finden, die Anleitungen zwar meist auf Englisch, aber die Zeichnungen dazu sehr eindeutig und gut nachzuarbeiten.

Viel Spaß den fleißigen Näherinnen!